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Ansichtssache


Ich seh eine vier
sagt er

Du musst dich irren
kommt von ihr
es ist die drei

Das kann nicht sein
sagt der dritte
ich seh klar die fünf

Nein, nein
sagt die vierte
das ist alles nicht wahr
es ist die zwei

Und dabei betrachten alle den gleichen Würfel -
Ansichtssache eben ........  



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Kartoffelphilosophie

Ein Lehrer bat seine Schüler, einen Plastiksack und einige Kartoffeln in den Unterricht mitzubringen.

Für jeden Menschen, dem sie etwas nicht verzeihen wollten, sollten die Schüler eine möglichst grosse Kartoffel auswählen, auf diese den Namen des "Bösewichts" schreiben und dann die Kartoffel in den Plastiksack legen.

Nun mussten sie diesen Sack Kartoffeln eine Woche lang mit sich herumtragen, d.h. überall dahin mitnehmen, wo sie hingingen.

Dies machte den Schülern klar, welche Last man mit sich herumträgt, wenn sie einem anderen nicht verzeihen und wie belastend es ist, an Kränkungen und Groll festzuhalten.



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Gespräch zwischen Kopf und Herz

„Weißt du, was ich an dir nicht verstehe?“, wandte sich der Kopf fragend ans Herz. Das Herz blickte liebevoll auf und erwiderte: „Das ist dein Problem lieber Kopf, du versuchst immer alles zu verstehen.“

Der Kopf ließ sich nicht beirren und setzte fort: „Du hast in der Vergangenheit schon so viel Schmerz erlebt und trotzdem hörst du niemals auf zu lieben. Es wird auch in Zukunft Menschen geben die dich verletzen und enttäuschen, macht dir das überhaupt keine Angst?“

Das Herz antwortete sanft aber bestimmt: „Ich lebe niemals in der Vergangenheit oder einer möglichen Zukunft, so wie du es tust. Ich schlage JETZT. Das was gestern war, kümmert mich nicht mehr. Über das Morgen sorge ich mich nicht, denn die Gegenwart ist der Ort, an dem ich zu Hause bin.“


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Was ist dir wichtig?

Ein Philosophieprofessor eröffnete seine Vorlesung mit folgenden Worten: “Es geht heute um das Thema “Zeitmanagement” und wir werden dazu ein Experiment machen”.

Er nahm ein Goldfischglas, stellte es auf den Tisch und füllte es mit einigen grosen Steinen, bis kein weiterer mehr hineinpasste.
Nun blickte er in die Runde und fragte: “Ist das Glas voll?”
Die Studenten antworteten im Chor: “Ja!”
“Wirklich?”
Der Professor nahm eine Schachtel, öffnete sie und kippte vorsichtig Kieselsteine in das Glas und schüttelte es dabei leicht. Der Kies füllte die Zwischenräume zwischen den großen Steinen.
Dann blickte er wieder in die Runde und fragte erneut: “Ist dieses Glas voll?”.
Dieses Mal durchschauten die Studenten sein Spielchen.
Einer davon antwortete: “Sehr wahrscheinlich nicht.”
“Gut”, antwortete der Professor. Nun nahm er einen Beutel, öffnete ihn und begann behutsam Sand in das Glas zu schütten. Der Sand füllte die Löcher zwischen den Steinen und dem Kies.
Er blickte dann auf seine Gruppe und fragte: “Welche Erkenntnis lässt sich mit diesem Experiment demonstrieren?”

Ein Student, nachdem er über das Thema des Kurses nachgedacht hatte, antwortete: “Das beweist, dass auch wenn man glaubt, die Agenda sei vollständig voll, man dennoch immer neue Termine hinzufügen kann, wenn man wirklich will.“
“Nein”, antwortete der Professor, „genau das bedeutet es nicht! Die Erkenntnis, die wir aus diesem Experiment gewinnen können, ist die folgende:

Wenn man nicht zuallererst die großen Steine in das Glas legt, finden sie später keinen Platz mehr!

Die Studenten schwiegen und dachten über diese Aussage nach.
Dann fragte der Professor: “Welches sind denn die grossen Steine in euren Leben?
• Gesundheit
• Familie
• Kinder
• Freunde
• Träume
• lernen
• lachen
• sich verwirklichen
• …...
Oder was ist es für euch?

Macht euch bewusst, wie wichtig diese grossen Steine in eurem Leben sind. Wenn man sie nicht zuallererst in sein Leben bringt, läuft man Gefahr, unglücklich und unzufrieden zu sein. Wenn man den unbedeutenden und kleinen Dingen im Leben (also dem Kies oder gar dem Sand) den Vorrang gibt, füllt man sein Leben mit Nichtigkeiten. So wird uns schnell die kostbare Zeit fehlen, uns den wirklich wichtigen Dingen in unserem Leben zu widmen.
Also vergesst nicht, euch die Frage zu stellen:

Welches sind die grossen Steine meines Lebens?

Danach legt ihr sie bewusst zuallererst in euer Glas und (er)füllt euer Leben mit ihnen.”


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Übereifrig

Ein junger Schüler war für seinen besonderen Eifer bekannt. Er meditierte Tag und Nacht und wollte seine Übungen nicht einmal zum Essen oder Schlafen unterbrechen.

So wurde er immer dünner und dünner und auch die Erschöpfung nahm zu.

Der Meister rief ihn zu sich und riet ihm, langsamer vorzugehen und nicht zu viel von sich zu verlangen. Das aber wollte der Schüler nicht hören.

“Warum hast du es so eilig?”  fragte ihn da der Meister.

“Ich strebe nach Erleuchtung”, sagte der Schüler. “Da habe ich keine Zeit zu verlieren.”

“Und woher weißt du, dass die Erleuchtung vor dir läuft, so dass du ihr hinterherlaufen musst?” fragte ihn der Meister. “Es könnte doch auch sein, dass sie hinter dir ist und du nichts weiter tun musst, als stillzustehen…...”


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Die Insel der Gefühle

Vor langer Zeit gab es einmal eine schöne kleine Insel. Hier lebten alle Gefühle, Eigenschaften und Qualitäten der Menschen einträchtig zusammen: Der Humor und die gute Laune, der Stolz und der Reichtum, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und die Intuition, das Wissen und all die vielen anderen Empfindungen. Natürlich war auch die Liebe dort zu Hause.

Eines Tages machte ganz überraschend die Nachricht die Runde, dass die Insel vom Untergang bedroht sei und schon in kurzer Zeit im Ozean versinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe, deren Schiff gerade nicht seetauglich war, wollte bis zum letzten Augenblick warten. Sie hing sehr an der Insel. Als das Land schon am Sinken war, bat die Liebe die anderen um Hilfe.

Der Reichtum schickte sich gerade an, auf einem sehr luxuriösen Schiff in See zu stechen, da fragte ihn die Liebe: „Reichtum, kannst du mich mitnehmen?“
„Nein, das geht nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich.“

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem großen und schön gestalteten Schiff vorbeikam. „Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?“
„Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen“, antwortete der Stolz, „hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.“

Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: „Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.“
„Oh Liebe“, entgegnete die Traurigkeit, „ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.“

Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief.

Plötzlich aber rief eine Stimme: „Komm Liebe, du kannst mit mir mitfahren.“
Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie völlig vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.

Später fragte die Liebe das Wissen: „Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?“
„Ja sicher“, antwortete das Wissen, „das war die Zeit.“
„Die Zeit?“ fragte die Liebe erstaunt, „Warum hat mir denn ausgerechnet die Zeit geholfen?“
Und das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“


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Höre auf deine Stimme!

Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders Ankerschwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines großen Turms zu gelangen.

Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen. Dann endlich – der Wettlauf begann.

Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne. Statt die Läufer anzufeuern, riefen sie also „Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!“ oder „Das ist einfach unmöglich!“ oder „Das schafft ihr nie!“

Und wirklich schien es, als sollte das Publikum recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf. Das Publikum schrie weiter: „Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!“

Und wirklich gaben bald alle Frösche auf – alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte und als einziger das Ziel erreichte.
Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war.
Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen.

Und da merkten sie erst, dass dieser Frosch taub war .......


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Das Paradoxe unserer Zeit

Grosse Häuser, aber kleine Familien.

Mehr Bildung, aber weniger gesunder Menschenverstand.

Erweiterte Medizin, aber schlechter Gesundheitszustand.

Auf dem Mond gewesen, aber den Nachbarn nicht kennen.

Hohes Einkommen, aber wenig Seelenfrieden.

Höchster IQ, aber weniger Emotionen.

Ständig Erkenntnisse, aber weniger Weisheit.

Viele Menschen, aber wenig Menschlichkeit .....


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​Strickmuster des Lebens

Wir stricken unser Leben. Die einen stricken liebevoll und sorgsam, andere mühevoll und ungern.

Oft ist das komplizierte Muster vorgegeben und muss mit viel Konzentration bewältigt werden. Manche Strecken werden mühelos und freudig geschafft. Freundliche Farben, bunt gemischt wechseln mit grau ab. Auch die Qualität ist unterschiedlich: mal weich und flauschig, mal hart und kratzig.

Es kommt zudem vor, dass Maschen von der Nadel fallen, aus Unachtsamkeit oder Versehen. Dann entstehen plötzlich Löcher und das Muster wird unvollständig.

Es kann auch sein, dass der Faden reisst und neu angesetzt werden muss. Das nennt man Neuanfang. Vielleicht werfen wir das Strickzeug hie und da in die Ecke, um es dann doch wieder hervorzuholen.

Es wird für uns Menschen immer ein Geheimnis bleiben, wieviel Lebensfaden uns noch zu verstricken bleibt.

Wir haben die Nadeln in unserer Hand. Technik, Muster und Material können wir jedoch wechseln.


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​Elefantologie

Es waren einmal fünf weise Gelehrte. Sie alle waren blind. Diese gescheiten Männer wurden von ihrem König auf eine Reise geschickt und sollten herausfinden, was ein Elefant ist.

Und so machten sich die Blinden auf nach Indien. Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt. Die fünf Gelehrten standen nun um ihn herum und versuchten, sich durch Ertasten ein Bild von dem Tier zu machen.

Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten.

Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Rüssel  betastet. Er sprach: „Ein Elefant ist wie ein langer Arm.“

Der zweite Gelehrte hatte das Ohr gespürt und sagte: „Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein grosser Fächer.“

Der dritte Gelehrte meinte: „Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule.“ Er hatte ein Bein berührt.

Der vierte Weise erklärte: „Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende“, denn er hatte nur den Schwanz angefasst.

Und der fünfte Weise berichtete seinem König: „Also: ein Elefant ist wie ein riesige Masse mit Rundungen und ein paar Borsten darauf.“ Dieser Mann hatte den Rumpf des Tieres ertastet.

Nach all den widersprüchlichen Äusserungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, konnten sie sich doch nicht darauf einigen, was ein Elefant wirklich ist.

Doch der König lächelte bedeutungsvoll: „Ich danke euch, denn ich weiss nun, was ein Elefant ist: Es ist ein Tier mit einem Rüssel, wie ein langer Arm, mit Ohren wie Fächer, mit Beinen wie starke Säulen, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine große Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist.“

Die fünf Weisen senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, dass jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sie sich zu schnell damit zufriedengegeben hatten.


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​Körperstatistik

Speisen brauchen sieben Sekunden vom Mund in den Magen.

Ein einziges Haar kann drei Kilo halten.

Der Penis eines  Mannes ist durchschnittlich dreimal so lang wie sein Daumen.

Menschliche Beckenknochen sind stabiler als Beton.

Ein weibliches Herz schlägt schneller als ein männliches.

Auf den Füssen befinden sich ungefähr eine Billion Bakterien.

Frauen zwinkern doppelt so oft mit den Augen als Männer.

Die Haut eines Menschen wiegt etwa doppelt so viel wie sein  Gehirn.

Der Körper braucht 300 Muskeln, um sich gerade zu halten – auch wenn man völlig ruhig steht.

Frauen, die das gelesen haben sind nun fertig.

Männer, die das gelesen haben, sind immer noch damit beschäftigt, die Länge ihrer Daumen zu begutachten........ ;)


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Einen Moment, bitte!

Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann.
Der eine ist gestern, der andere morgen.
Dies bedeutet, dass HEUTE der richtige Moment zum Leben ist.

Möchten Sie einen Augenblick dazu nutzen, etwas Stress abzubauen, zu entspannen oder kreative Kräfte zu wecken? Das Video One-Moment Meditation (You Tube) zeigt fundiert, spielerisch und praktisch, dass alltägliche Achtsamkeit nicht nur mit stundenlangem Sitzen auf dem Meditationskissen möglich ist ......  ;) 


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Ja, aber .....

Ein Schüler kam zu einem weisen alten Mann.

„Herr“, sprach er mit schleppender Stimme, „das Leben liegt wie eine Last auf meinen Schultern. Es drückt mich zu Boden und ich habe das Gefühl, unter dem Gewicht zusammenzubrechen.“

„Mein Sohn“, sagte der Alte mit einem liebevollen Lächeln, „das Leben ist leicht wie eine Feder.“

„Herr, bei allem Respekt, aber hier musst du irren. Denn ich spüre mein Leben wie eine Bürde von tausend Pfunden auf mir. Sag, was kann ich tun?“

„Wir sind es selbst, die uns Last auf unsere Schultern laden“, sagte der Weise, immer noch milde lächelnd.

„Aber…“, wollte der Junge einwenden.

Der alte Mann hob die Hand: „Dieses ABER, mein Sohn, wiegt allein tausend Pfund.“



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Maskerade

Die ganze Welt ist ein Maskenball - wer keine MASKE trägt, gilt als verrückt.

Maskenbälle und das Leben haben eines gemeinsam: Das wirkliche Gesicht ist stets hinter der MASKE verborgen.

In der närrischen Zeit maskiert man sich, damit man auch mal die MASKEN fallen lassen kann.

An der Fasnacht zeigen die MASKEN endlich ihre wahren Gesichter.

Ab Aschermittwoch tragen wir wieder die richtigen MASKEN.

Viele Menschen tragen eine MASKE, ob als Mittel zum Selbstschutz oder als Mittel zum Zweck.

Wer eine MASKE trägt, darf nicht erwarten, dass man seine Tränen sieht.

Und manchmal sind es  nicht die Menschen, die sich ändern. Vielleicht sind es einfach nur die MASKEN, die fallen.


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Glücksbringer

Ein Geschäftsmann kam zum Meister und wollte von ihm wissen, was das Geheimnis eines glücklichen Lebens sei.

Der Meister gab den Rat: „Mach jeden Tag einen Menschen glücklich.“

Nach einer Weile fügte er hinzu: „… selbst wenn dieser Mensch du selbst bist.“

Und noch ein wenig später sagte er: „Vor allem, wenn dieser Mensch du selbst bist.“


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Der Unterschied

Ein Sieger ist immer Teil der Lösung.
Ein Verlierer ist immer Teil eines Problems.

Ein Sieger hat immer ein Programm.
Ein Verlierer hat immer eine Entschuldigung.

Ein Sieger sagt: „Lass es mich für dich tun.“
Ein Verlierer sagt: „Das ist nicht meine Aufgabe.“

Ein Sieger sieht eine Antwort in jedem Problem.
Ein Verlierer sieht ein Problem in jeder Antwort.

Ein Sieger meint: „Es mag schwierig sein, aber es ist möglich.“
Ein Verlierer meint: „Es ist möglich, aber zu schwierig.“

Ein Sieger vergleicht seine Leistungen mit seinen Zielen.
Ein Verlierer vergleicht seine Leistungen mit denen Anderer.

Ein Sieger sucht Antworten auch im Innen.
Ein Verlierer sucht Antworten nur im Aussen.

Zu welcher Seite im Spiel des Lebens möchtest du gehören?

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Klarsicht

Ein junges Paar zieht in eine neue Nachbarschaft. Am Morgen beim Frühstück beobachtet die Frau ihre Nachbarin draussen beim Aufhängen der Wäsche.

„Ihre Wäsche ist nicht gerade sauber“, bemerkt sie. „Die weiss wohl nicht, wie man richtig wäscht. Vielleicht braucht sie ein besseres Waschmittel.“

Ihr Mann schaut auf, bleibt aber still. Von da an macht die Frau jedes Mal die gleichen Kommentare, wenn die Nachbarin die nassen Kleider aufhängt.

Ungefähr einen Monat später sieht die Frau strahlend saubere Wäsche an der Leine hängen und sagt zu ihrem Mann überrascht: „Schau mal, sie hat endlich gelernt wie man richtig wäscht! Wer ihr das wohl beigebracht hat?“

Der Mann antwortet: „Heute Morgen bin ich ganz früh aufgestanden und habe unsere Fenster geputzt.“


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Das doppelte Puzzle

Ein Kind wollte mit seinem Vater spielen. Da dieser weder Zeit noch Lust dazu hatte, kam ihm eine Idee, um den Kleinen zu beschäftigen.

In einer Zeitung fand er eine Abbildung der Erde. Er riss das Blatt mit der Weltkugel heraus und zerschnitt es in viele kleine Einzelteile. Das Kind, das Puzzles liebte, machte sich sofort ans Werk und der Vater zog sich zufrieden zurück.
Aber schon nach kurzer Zeit kam der Kleine mit dem vollständigen Welt-Bild zurück. Der Vater war verblüfft und wollte wissen, wie es möglich war, so schnell die Einzelteile zu ordnen.

„Das war ganz einfach!“, antwortete das Kind stolz. „Auf der Rückseite des Blattes war ein Mensch abgebildet. Damit habe ich begonnen. Als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“


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Was kann man von einem Bleistift lernen?

Etwas Unglaubliches! Fünf Eigenschaften fallen mir ein.

Die erste Eigenschaft: Mit einem Bleistift kannst du nur ordentlich schreiben, wenn du ihn richtig in der Hand hältst. Genau so ist es im Leben – auf die richtige Haltung kommt es an. Vieles gelingt in schwierigen Zeiten auch nur, wenn du dich richtig gehalten fühlst.

Die zweite Eigenschaft: Wenn du den Bleistift zu fest aufs Papier drückst, bricht die Spitze ab. Du musst das Schreiben unterbrechen und den Anspitzer benutzen. Der Stift bekommt eine neue Spitze, aber er wird kürzer sein. Es wird in deinem Leben nicht alles nach Wunsch funktionieren. Es kann sein, dass etwas schief läuft. Du musst womöglich dein gewohntes Tun abbrechen und von vorne anfangen. Das kann auch Verlust und schmerzliche Erfahrung mit sich bringen.

Die dritte Eigenschaft: Du siehst, der Bleistift hat einen Radiergummi. Wenn ich mich verschreibe, kann ich das schnell wieder ausradieren und verbessern. Du und ich, wir machen bestimmt nicht alles richtig in unserem Leben. Wie gut also, wenn wir Fehler beheben, zugeben und verbessern dürfen.

Die vierte Eigenschaft: Worauf es beim Bleistift ankommt, ist nicht das Holz, seine Farbe oder äussere Form, sondern die Bleistiftmine, die in ihm drin steckt. Nur damit kannst du etwas aufschreiben oder zeichnen. Achte also darauf, dass für dich nicht das äusserlich Sichtbare das Wichtigste ist, sondern das, was alles in dir drin steckt.

Schliesslich gibt es eine fünfte Eigenschaft des Bleistifts: Es hinterlässt Spuren. Du solltest wissen, dass alles, was du in deinem Leben tust, ebenfalls Spuren hinterlässt.


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Sichtweisen

Ein Mann, der im Cabrio auf einer Uferstrasse am Rotlicht hält, schaut nach links auf eine Jacht im See: „Toll“, denkt er, „könnte man mit so was rumgurken“. Neben dem Cabrio wartet ein Auto, dessen Fahrer nach links schielt. „Wow - so herumdüsen im offenen Schlitten mit wehenden Haaren wäre ein Traum.“ Neben diesem Wagen steht ein Mann auf dem Trottoir und überlegt mit Blick nach links: „Super - im Auto fahren können, statt wie immer blöd zu latschen.“  Neben dem Fussgänger sitzt ein Mann im Rollstuhl und seufzt: „Ach, noch einmal zu Fuss spazieren gehen – wie wunderbar würde sich dies anfühlen!“


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Jahreswechsel

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.  (Alexis Carrel)

Morgen beginnt ein neues Jahr in unserem Leben. Es ist ein Geschenk und wir können damit tun, was wir wollen. Es gibt die Möglichkeit, das 2017 einfach nur so verstreichen und uns zum Spielball äusserer Ereignisse und der Menschen machen zu lassen. Oder wir sorgen ganz bewusst und achtsam für ein paar unvergesslich schöne Momente. Was wir mit diesem Jahr anfangen, ist wichtig, denn in 365 Tagen blicken wir darauf zurück. Und es wäre doch schade, wenn dies nicht mit Freude, Stolz,  Zufriedenheit, Dankbarkeit und Liebe geschieht. Oder?

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Das Geburtstagsgeschenk

Es waren einmal Zwillinge, die glichen sich äusserlich wie ein Ei dem anderen. Sonst waren sie aber vollkommen verschieden. Der auffälligste Unterschied zwischen den beiden war der, dass der eine von ihnen immer optimistisch und zuversichtlich lebte, während sich  sein Bruder dauernd schlecht gelaunt und pessimistisch gab.

An ihrem Geburtstag wagte der Vater der Zwillinge einmal ein Experiment. Am Vorabend wartete er so lange, bis seine Söhne eingeschlafen waren und machte sich dann heimlich ans Werk.

Er füllte das Zimmer des Pessimisten bis unter die Decke mit den schönsten Geschenken: Spielsachen, Sportartikel, Bücher, elektronische Geräte und vieles mehr. Dem Optimisten legte er nur einen stinkenden Haufen Pferdeäpfel ins Zimmer – sonst nichts. Nun war der Vater gespannt, was passieren würde.

Am nächsten Morgen schaute er zuerst ins Zimmer des Pessimisten. Er fand ihn jammernd inmitten der wundervollen Geschenke am Boden sitzen.

„Warum weinst du denn?“ fragte der Papa.

„Erstens, weil ich die ganzen Gebrauchsanweisungen lesen muss, zweitens, weil einige der Spielsachen ständig neue Batterien brauchen, drittens, weil im Laufe der Zeit bestimmt ein paar von all diesen Sachen kaputt gehen und viertens werden meine Freunde neidisch sein.“

Darauf ging der Vater in das Zimmer des optimistischen Zwillings. Dieser hüpfte voller Freude um die Pferdeäpfel herum.

„Warum bist du denn so fröhlich?“ wollte der Papa wissen.
Der Junge  antworte: „Ganz einfach, weil irgendwo im Haus ein Pony sein muss!“


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Die magische Bank

Stell dir vor, jeden Morgen stellt dir die Bank 86`400 Franken auf deinem Konto zur Verfügung. Du darfst den gesamten Betrag an einem Tag ausgeben. Allerdings kannst du
nichts sparen. Was du nicht ausgegeben hast, verfällt. Aber jeden Morgen wird ein neues Konto mit 86`400 Franken für den kommenden Tag eröffnet. Ausserdem kann die Bank das Konto jederzeit ohne Vorwahrnung schliessen und sagen: Das Spiel ist aus.

Was würdest du tun?

Dieses Spiel ist Realität. Wir alle haben eine solch magische Bank: die Zeit. Jeden Tag bekommen wir 86`400 Sekunden Leben geschenkt. Was wir an diesem Tag nicht wirklich gelebt haben, ist verloren. Für immer. Aber jeden Morgen bekommen wir erneut eine Chance.

Was machst du mit diesem täglichen Geschenk?


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Autobiografie in fünf kurzen Kapiteln

Kapitel 1

Ich gehe eine Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren… ich bin hilflos.
Es ist nicht mein Fehler.
Es dauert eine Ewigkeit, bis ich herausgefunden habe.


Kapitel 2
Ich gehe die gleiche Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht mein Fehler.
Es dauert immer noch lange, bis ich herausgekommen bin.


Kapitel 3
Ich gehe die gleiche Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe, dass es da ist.
Ich falle trotzdem noch hinein… es ist die Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiss, wo ich bin.
Es ist mein Fehler.
Ich komme sofort heraus.


Kapitel 4
Ich gehe die gleiche Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich umgehe es.


Kapitel 5
Ich gehe eine andere Strasse entlang.